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Baden AG Artikel
Baden ist die Hauptstadt des Bezirks Baden des Kantons Aargau in der Schweiz. Baden liegt an der Limmat. Die Altstadt ist an der engsten Stelle einer Klus, zwischen der Lägern und dem Schlossberg erbaut. Zur Gemeinde gehören auch der Ortsteil Dättwil und die Exklave Rütihof. Baden ist vollständig mit den Nachbargemeinden Ennetbaden und Wettingen zusammengewachsen.
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Landvogteischloss und Holzbrücke
Bereits die Römer errichteten hier eine Ansiedlung (vicus) namens Aquae Helveticae und nutzten die 47° C warmen Thermalquellen. Die Gründung erfolgte in dem Zusammenhang mit dem Bau des Legionslagers Vindonissa. Tacitus erwähnt die respektable Siedlung in seinen Historien (67). In dem Jahr 69 (Dreikaiserjahr) wird Aquae Helveticae duch die 21. Legion (Legio XXI Rapax) unter Caecina geplündert.
Obwohl das Legionslager Vindonissa in dem Jahr 101 aufgegeben wurde, verlor Aquae Helveticae ca. wenig an Popularität. In dem 3. Jahrhundert erfolgten mehrere Überfälle der Alemannen. In dem 4. Jahrhundert wurde noch eine Befestigungsanlage errichtet, doch dies konnte den Bedeutungsverlust in den nächsten Jahrhunderten nicht aufhalten.
Im 11. Jahrhundert wurde die Festung Stein errichtet, die um 1100 in den Besitz der Grafen von Lenzburg gelangte. Diese wurde 1172 an die die Kyburger und 1264 an die Habsburger vererbt. Hier befand sich der Sitz und das Archiv von Vorderösterreich. 1297 erhielt Baden das Stadtrecht.
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Untertanen der Eidgenossen | |
Mit der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen 1415 gelangte die Umgebung als Untertanengebiet Grafschaft Baden an die alten Orte. Die Festung Stein wurde zerstört und die Landvögte residierten von nun an in dem Landvogteischloss. Die Stadt selbst wurde formaljuristisch Freie Reichsstadt, wobei diese Freiheit in der Praxis nicht durchsetzbar war und spätestens mit dem Austritt der Schweiz aus dem Reich 1648 illusorisch wurde.
Ab 1416 bis 1712 wurden in Baden wegen der "wiederentdeckten" Bäder häufig Tagsatzungen der Eidgenossenschaft durchgeführt, von 1424 bis 1712 fand hier auch die Abnahme der Jahresrechnungen der Gemeinen Herrschaften statt. 1526 fand hier der Badener Disput zwischen Johannes Ökolampadius und Johannes Eck statt; die Mehrheit der anwesenden Geistlichen bekannte sich zu dem alten Glauben; Baden blieb mehrheitlich katholisch.
Nach dem ersten Villmergerkrieg liessen die siegreichen katholischen Orte die Festung Stein zwischen 1658 und 1670 wieder aufbauen. In dem zweiten Villmergerkrieg von 1712 wurde sie von den Zürchern und Bernern aber erneut zerstört. In dem Friedensvertrag wurde der Bau einer reformierten Kirche erzwungen. 1714 fand in Baden ein Kongress zur Lösung des Spanischen Erbfolgekriges statt, welcher am 7.09 mit dem Frieden von Baden (im Prinzip einer Bestätigung des Rastatter Friedens) abgeschlossen wurde.
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Die Helvetische Republik brachte 1798 den eidgenössischen Untertanengebieten die Freiheit. Baden wurde Hauptstadt des Kantons Baden. Mit der 1803 von Napoléon Bonaparte unterzeichneten Mediationsakte ging der Kanton Baden zusammen mit dem Kanton Fricktal in dem neu geschaffenen Kanton Aargau auf. 1819 spaltete sich das auf der rechten Seite der Limmat gelegene Ennetbaden als selbständige Gemeinde von der Stadt ab.
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung ein; 1835 wurde die erste Fabrik gebaut. 1847 wurde Baden die Endstation der ersten schweizerischen Eisenbahn, der Spanisch-Brötli-Bahn, welche von Zürich her ihren Betrieb aufnahm. Dank Investitionen blühte Baden als Kurort wieder auf. Baden erhielt 1877 eine zweite Bahnstation, Baden Oberstadt an der Nationalbahn. Als diese Gesellschaft ein Jahr später in Konkurs ging, stürzte Baden in eine finanzielle Krise, da sich die Stadt finanziell stark engagiert hatte. Als sich die Elektrofirma Brown, Boveri & Cie (BBC, heute ABB) in dem Jahre 1891 am nördlichen Ausgang der Klus ansiedelte, überwand Baden die Krise endgültig und wurde zu einer Hochburg der Elektro- und Elektrizitätsindustrie.
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1926 wurde die Hochbrücke nach Wettingen eröffnet (1994 verbreitert) und die alte Holzbrücke für den Durchgangsverkehr gesperrt. Baden stiess bald an seine Grenzen, und so zogen die Industriearbeiter in die Nachbargemeinden. Wettingen zählt seit 1950 mehr Einwohner als Baden. 1962 konnte Baden neue Landreserven dazugewinnen, als die Gemeinde Dättwil (mit den Ortsteilen Münzlishausen und Rütihof) eingemeindet wurde.
Von 1957 bis 1965 fand die grosse Verkehrssanierung statt, welche bezweckte, den natürlichen Engpass Baden für den Strassenverkehr zu entschärfen. In dem Verlauf dieser Sanierung wurde die Bahnlinie in einen neuen Tunnel gelegt, was es erlaubte, Schrankenübergänge am Schlossbergplatz und am Schulhausplatz aufzuheben. Der Schulhausplatz wurde zu einem Verkehrsknotenpunkt ausgebaut, der Durchgangsvekehr aus der Altstadt verbannt. Dieser verkehrt seither durch den alten Eisenbahntunnel von 1847, der zu einem Strassentunnel erweitert wurde.
Um 1960 waren über zwei Drittel der Erwerbstätigen in der Industrie tätig. Als in dem Jahre 1988 die BBC mit der schwedischen ASEA zur ABB fusionierte, wurden die Fabriken in Baden nach und nach aufgegeben und anderen Nutzungen zugeführt. Heute arbeiten ca. noch rund 30 Prozent in der Industrie. Die Stadt ist heute durch Dienstleistungsbetriebe geprägt. Das ehemalige ABB-Areal wird in einen neuen Stadtteil mit gemischten Wohn- und Gewerbezonen umgewandelt; in der ehemaligen Trafostation wurde beispielsweise ein Multiplex-Kino eingerichtet.
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Entwicklung der Bevölkerungszahl | |
(immer inkl. Dättwil)
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- Zahlreiche alte Altstadthäuser
- Bruggerturm, mächtiger Torturm, welcher Gustav Gull als Vorbild für den Turm des schweizerischen Landesmuseums in Zürich diente
- Spätgotische katholische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt (barockisierter Innenraum) mit Sebastianskapelle (ehemaliges Ossiarium)
- Ruine der Festung Stein
- Bäderquartier mit sehenswerten Hotelbauten aus dem 19. Jahrhundert
- Industriekulturpfad Limmat-Wasserschloss
- Kulturweg Baden - Wettingen - Neuenhof
- Landvogteischloss mit Historischem Museum, modernem Erweiterungsbau und Holzbrücke
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Anstelle einer Gemeindeversammlung vertritt der von den Badener Stimmberechtigten gewählte Einwohnerrat die Anliegen der Bevölkerung. Er besteht aus 50 Mitgliedern und wird in dem Proporzwahlverfahren gewählt. Ihm obliegt das Genehmigen des Steuerfusses, des Voranschlages, der Jahresrechnung, des Geschäftsberichts und der Kredite; ausserdem kann er Reglemente erlassen. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre.
Bei den Wahlen in dem November 2001 erzielten die Parteien folgende Sitzzahlen:
Auch auf Gemeindeebene finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bevölkerung fakultative und obligatorische Referenden, sowie das Initiativrecht zu.
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Ausführende Behörde ist der Stadtrat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird in dem Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse des Einwohnerrates und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Die sieben Stadträte sind:
- Josef Bürge, (CVP), Stadtammann, Ressort Finanzen
- Stefan Attiger (FDP), Vize-Stadtammann, Ressort Sicherheit/ Einwohnerschaft
- Daniela Berger (SP), Ressort Kultur
- Roger Huber (FDP), Ressort Liegenschaften/ Anlagen
- Martin Langenbach (EVP), Ressort Bildung
- Daniela Oehrli (SP), Ressort Gesundheit/ Soziales
- Kurt Wiederkehr (CVP), Ressort Planung/ Bau
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Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Ennetbaden, Oberehrendingen und Unterehrendingen verantwortlich ist.
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Baden ist das wirtschaftliche Zentrum des Ostaargaus. Obwohl der Elektrokonzern ABB seine industriellen Aktivitäten zu einem grossen Teil an andere Standorte in dem Aargau oder in das Ausland verlegt hat, ist die Firma in Baden noch stets präsent. Seit der Übernahme des ABB-Kraftwerksgeschäfts ist heute auch der französische Konzern ALSTOM in Baden ansässig. Beide Unternehmen besitzen in Dättwil Forschungszentren. Daneben gibt es sehr viele Dienstleistungsunternehmen in allen Grössen. Baden ist auch Medienstadt, denn hier befindet sich die Redaktion der Aargauer Zeitung , der fünftgrössten Zeitung der Schweiz.
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Die 19 Thermalquellen mit einer Temperatur von 47° C (mit Schwefelwasserstoff angereichertes Wasser) machten Baden zu einem bekannten Kurort. Allerdings ging der Kurbetrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark zurück. In dem Gegensatz zu den zwei anderen Kurorten in dem Aargau, Zurzach und Schinznach-Bad , haben die Bäder von Baden ein etwas altmodisches Image. In dem ehemaligen Kursaal wurde ein Spielcasino eingerichtet. Sehr beliebt ist Baden in neuester Zeit als Kongresszentrum. Baden liegt in einer schönen Wandergegend am Jurahöhenweg
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Blick von der Ruine Stein auf den Bahnhof
Baden verfügt über drei Bahnhöfe: Der Bahnhof Baden ist Schnellzugshalt an der Strecke Zürich - Brugg - Basel; es verkehren direkte Züge in alle grösseren Schweizer Städte. Weitere SBB-Linien verkehren nach Zürich-Oerlikon und Waldshut. Die Bahnhöfe Baden Oberstadt und Dättwil an der Strecke Wettingen - Aarau werden am 14.12 2004 geschlossen.
Die Stadt Baden darf ohne Übertreibung als Busdrehscheibe genannt werden. Die Gesellschaft RVBW (Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen) betreibt ein dichtes Netz von Stadtbuslinien in Baden, Wettingen und zehn weiteren Gemeinden in der Umgebung. Der Postauto-Terminal neben dem Bahnhof ist eine der grössten der Schweiz; von hier verkehren Postautolinien nach Berikon-Widen, Bremgarten (via Mellingen oder Stetten ), Döttingen, Endingen , Kaiserstuhl und Niederweningen.
Südlich der Stadt verläuft die Autobahn A1. Zwischen den Anschlüssen Baden-West und Baden-Ost führt sie den Bareggtunnel, der früher für die häufigen Staus berüchtigt war.
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- Historisches Museum in dem Landvogteischloss; Stadtgeschichte Badens von den Römern bis zu dem Industriezeitalter
- Kunstraum Baden; wechselnde Ausstellungen der zeitgenössischen Malerei
- Museum Langmatt, Gemäldesammlung (Impressionisten) und Wohnmuseum, hervorgegangen aus der Privatsammlung John A. Brown
- Schweizer Kindermuseum
- Elektro-Museum in dem Kraftwerk Kappelerhof
- Stadtbibliothek
- Kurtheater
- Theater in dem Kornhaus
- Theater in dem Brennpunkt
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In insgesamt acht Schulhäusern (davon je eines in Dättwil und Rütihof) werden alle Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet. Seit 1961 besitzt Baden eine eigene Kantonsschule (Gymnasium) und kooperiert eng mit derjenigen in dem benachbarten Wettingen. Daneben gibt es auch die Berufsbildungsschule, die Wirtschaftsschule KV, die ABB-Technikerschule und die Fachhochschule Aargau (Abteilung Wirtschaft).
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- Otto Mittler: Geschichte der Stadt Baden
- Thomas Bolt und Uli Münzel: Schweizerischer Kunstführer Nr.399/400: Der Bäderbezirk von Baden und Ennetbaden (ISBN 3-85782-399-9)
- Silvia Siegenthaler: Schweizerischer Kunstführer Nr.658: Die Villa Boveri in Baden (ISBN 3-85782-658-4)
- Carmela Kuonen Ackermann: Schweizerischer Kunstführer Nr. 703: Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt und die Sebastianskapelle in Baden (ISBN 3-85782-703-3)
- Hermann Hesse: Kurgast (ISBN 3-518-06883-0)
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